Artikel des LRA zur Fahnenaktion
Veröffentlicht in den Fränkischen Nachrichten und dem Main-Echo
Presse- und Informationsdienst des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis
Presse-Information Nr. 588-2025 Montag, 24. November 2025
Gewalt darf keinen Platz in unserer Gesellschaft haben
Landrat Christoph Schauder und Elisabeth Krug, Dezernentin für Jugend, Soziales und Gesundheit beim Landratsamt Main-Tauber-Kreis, haben zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am Montag, 24. November, ein gemeinsames Zeichen mit Vertreterinnen des Vereins „Frauen helfen Frauen“ gesetzt. Vor dem Hauptgebäude des Landratsamtes in Tauberbischofsheim wurde eine Fahne der Organisation „Terre des Femmes“ mit der Aufschrift „Frei leben, keine Gewalt“ gehisst. Sie wird von den Flaggen des Landkreises und der Europäischen Union eingerahmt
„Laut der EU-Kommission erfährt jede dritte Frau in Europa mindestens einmal im Leben körperliche, psychische oder sexualisierte Gewalt. Dies ist eine erschreckende Zahl, die uns gleichzeitig vor Augen führt, wie wichtig die Arbeit Ihrer Organisation ist. Denn eine Sache ist ganz klar: Gewalt darf keinen Platz in unserer Gesellschaft haben“, erklärte Landrat Christoph Schauder im Gespräch mit der Vereinsvorsitzenden Gayle Lüdtke-Beemer, ihrer Stellvertreterin Roswitha Lesch und Schriftführerin Sylvia Schmid. „Genau deshalb ist es richtig und wichtig, dass wir zum Internationen Tag gegen Gewalt an Frauen ein Zeichen setzen und für diese Thematik sensibilisieren. Im Namen des gesamten Landkreises möchte ich mich bei dieser Gelegenheit für Ihr ehrenamtliches Engagement bedanken“, sagte Landrat Schauder und bat Lüdtke-Beemer, seinen Dank auch an die rund 80 weiteren engagierten Damen bei „Frauen helfen Frauen“ weiterzugeben.
Als Jahresthema hat „Terre des Femmes“ den Slogan „Ein starkes Netz gegen Partnerschaftsgewalt“ ausgerufen. Denn für Frauen, die sich aus der Gewalt des Täters befreien, sei auch nach der Trennung die Gefahr nicht vorbei. Fast jeden zweiten Tag werde eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner ermordet. Frauen, die den Weg aus der Gewalt gehen wollen, brauchen demnach ein sicheres Netz aus Institutionen und Hilfsangeboten. Hier könnten Familienrichterinnen und -richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte, Polizistinnen und Polizisten, Mitarbeitende von Beratungsstellen sowie Ärztinnen und Ärzte beitragen. Sie alle haben laut „Terre des Femmes“ die Aufgabe, jede einzelne gewaltbetroffene Frau zu unterstützen und zu schützen. Darüber hinaus werde das Netz stärker und größer, je mehr Menschen für das Thema sensibilisiert und bereit sind, hinzuschauen, nachzufragen, und Hilfe anzubieten. Hier seien auch Freundinnen und Freunde, Verwandte, Kolleginnen und Kollegen sowie Nachbarinnen und Nachbarn in der Verantwortung.
„Frauen helfen Frauen“ wurde 1993 gegründet, um als Förderverein das Frauen- und Kinderschutzhaus zu unterstützen, das der Main-Tauber-Kreis gemeinsam mit dem Neckar-Odenwald-Kreis etabliert hatte. Im Jahr 1997 wurde darüber hinaus eine Beratungsstelle als erster Anlaufpunkt für von psychischer und physischer Gewalt betroffene Frauen eröffnet. Anfangs von ehrenamtlich tätig Frauen geleistet, war es bald notwendig, die eigentliche Beratungsarbeit in dem sensiblen Tätigkeitsfeld an professionell tätige Beraterinnen abzugeben.
Seit Anfang der 2000er Jahre finanziert der Main-Tauber-Kreis mit einem Anteil die Beratungsstelle mit. Sie wird offiziell als Erstberatungs- und Interventionsstelle im Main-Tauber-Kreis geführt. „Durch die finanzielle Unterstützung des Landkreises ist die Arbeit der Beraterin zum großen Teil gesichert und es besteht eine gute Zusammenarbeit der Beratungsstelle mit dem Landratsamt, insbesondere dem Jugendamt, den Ordnungsämtern und der Polizei im Landkreis“, erklärte Gayle Lüdtke-Beemer. Im Jahr 2024 wurden rund anfragende 120 Frauen mit knapp 900 Beratungskontakten gezählt, dabei reicht die Spanne von einmaligen Gesprächen bis hin zur Begleitung über einen ganzen Jahreszeitraum
Die Beratungsstelle „Frauen helfen Frauen“ ist in Lauda im Caritashaus in der Luisenstraße 2 untergebracht, Telefon 09343/5899491 oder 0178/4663454. Neben Näherungsverboten für Täter und Gewaltschutzmaßnahmen durch Polizei und Gericht ist das Frauenhaus eine Möglichkeit für betroffene Frauen, durchzuatmen und ihr Leben nach der Gewalt zu planen. Entscheidet sich eine Frau für den Schritt ins Frauenhaus, wird sie bei Bedarf auf ihrem Weg durch die Beratungsstelle begleitet.
(lra)